Bronchitis (akut / chronisch)

 

 

Eine Bronchitis gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Atemwege und ist eine Entzündung der Schleimhaut, welche die Bronchien innen auskleidet. Auslöser ist oft eine Virusinfektion, also eine anfangs einfache Erkältung.

Sehr selten sind Bakterien der Auslöser, so dass ein Antibiotikum als Therapie keinen Sinn macht und eher langfristig durch Immunisierung schadet als hilft.

 

Die Bronchien sind ein Röhrensystem, welches sich in der Lunge, bzw.  am Ende der Atemwege befindet. Dort teilen sich die Bronchien in zwei Hauptbronchien und sind für den Transport der Atemluft in die Lungenflügel zuständig ist, genauer gesagt für die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid. 

 

 

 

 

Nicht nur die Bronchien können sich entzünden, auch die Luftröhre. Das bezeichnet man als Tracheobronchitis. 


Wie entsteht eine Bronchitis?

Wird man von einer Erkältung erwischt, befallen Viren als erstes die oberen Atemwege. Das sind Rachen- und Nasenschleimhäute. Von dort gelangen die Viren in die unteren Atemwege und somit in die Bronchien. Diese sind innen von einer Schleimhaut und unzähligen kleinen Härchen überzogen. Die originäre Aufgabe dieser Flimmerhärchen ist die Selbstreinigungsfunktion. In diesem Fall das Abtransportieren von im Krankheitsfall fehlerhaft produziertem Schleim und natürlich den Krankheitserregern von den Bronchien in den Rachen. Diese Selbstreinigungsfunktion der Atemwege bezeichnet der Mediziner als Mukoziliäre Clearance.

 

Setzen sich Viren nun auf dieser Bronchialschleimhaut fest, blockieren oder zerstören die aber diese originäre Funktion. Die Flimmerhärchen sind dann nur noch eingeschränkt funktionsfähig, mit dem Ergebnis, dass sich vermehrt Schleim bildet und die Selbstreinigungsfunktion der Atemwege dadurch gestört wird. Die Krankheitserreger werden mit dem Schleim nicht mehr entfernt und können dadurch den Körper angreifen.

 

Der Körper reagiert natürlich auf diese Einschränkung und versucht durch Husten den Schleim mit den Krankheiterregern zu lösen und von dort zu entfernen. Der Sinn hinter diesem Husten ist, dass durch Lösen des Schleims die originäre Selbstreinigungsfunktion der Bronchien wieder aufgebaut wird.

 

Dieser Versuch des Körpers allerdings bewirkt bei einer Bronchitis den unangenehmen Nebeneffekt des quälenden hartnäckigen, teils krampfartigen Hustens, der oft von Brustschmerzen, eingeschränkter Atmung und meistens leichtem Fieber begleitet wird.

 

Das Positive allerdings ist, dass der Körper mit dieser für den Kranken unangenehmen Aktion meistens Erfolg hat, die Bronchitis damit bekämpft wird und nach wenigen Wochen vergeht.

 


Verlauf einer Bronchitis

 

Die erste Stufe ist in der Regel eine Erkältung. Kommt es im weiteren Verlauf zu trocknen Husten, verstärkt morgens und anfangs noch ohne Abtragen von Schleim (das wird als „unproduktiver Husten“ bezeichnet), dann beginnt meist die sogenannte „akute Bronchitis“. Der trockene Husten ist oft schmerzhaft und kann mehrere Tage andauern.

Erst meist nach einigen Tagen des verzweifelten Versuches des Körpers, den Schleim durch Husten zu lösen, wird aus dem „unproduktiven Husten“ ein „produktiver Husten“. Der Auswurf beginnt. Anfangs ist er klar und dünnflüssig, wird aber - je länger die Krankheit andauert - zunehmend dickflüssiger. Die Farbe wechselt von klar zu weiß, gelblich grün oder gar richtig grün. Durch den starken Husten ist meistens der Rachen gerötet und die Lymphknoten im Bereich des Kopfes dick und geschwollen.

Sollte die akute Bronchitis nicht innerhalb von ca. zwei Wochen (manchmal bis ca. vier Wochen) verschwinden, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf !

 

Dauert die Bronchitis nämlich länger als zwei bis vier Wochen wird sich in der Regel das Fieber erhöhen und das Allgemeinbefinden weiter verschlechtern. Der Hausarzt kann erkennen, ob es zu weiteren medizinischen Begleiterscheinungen (wie z.B. Hals- oder Mandelentzündung) gekommen ist und ob sich die Bronchitis verändert und z.B. zu einer chronischen Bronchitis wird oder sie sich zu einer COPD entwickelt. Das muss dann dringend vom Arzt medikamentös behandelt werden.

 


Akute Bronchitis

 

  • Dauer ca. 2 Wochen

 

  • Zu Beginn starker Hustenreiz inform von trockenem Husten (noch ohne Auswurf), welcher Schmerz im hinter dem Brustbein bereitet.

 

  • Im nächsten Stadium verändert sich der "trockene Husten" zu "Husten mit anfangs flüssigem, später zähflüssig schleimigem Auswurf"

 

  • Es werden (rasselnde) Atemgeräusche hörbar

 

  • Im weiteren Verlauf bei einer Bronchitis kommt es in der Regel zu hartnäckigem Husten sowie krampfhaften Hustenanfällen

 

  • Begleitend dazu treten meistens Fieber, Kopfschmerzen und körperliche sowie seelische Mattheit auf

 


Chronische Bronchitis (anhaltende Form der Bronchitis)

 

  • Dauert länger als 2 - 4 Wochen

 

  • Morgens - wie bei der akuten Bronchitis - nach dem Aufstehen stärkerer Hustenreiz

 

  • Husten mit Auswurf. Über Nacht sammelt sich Schleim an. Nach dem Aufwachen versucht der Körper diesen abzutragen.

 

  • Gefühl der Brustenge beim Atmen = eingeschränkte Atmung

 


Ursache einer Bronchitis

 

  • Erkältungsviren (übertragen durch Anfassen, Anhusten oder -nießen)
  • Selten Bakterien
  • Trockene Luft
  • Kälte
  • Zigarettenrauch
  • Feinstaub
  • Allergene
  • Pilze

 


Behandlungsmöglichkeiten

 

  • Eine Bronchitis dauert durchschnittlich 2 - 3 Wochen. Bei Älteren Menschen oder bei zusätzlichen Begleiterscheinungen kann die Bronchitis auch länger dauern.

 

  • Betreuung durch den Hausarzt. Er kann erkennen und meistens verhindern, dass aus der akuten Bronchitis etwas ernsteres wie z.B. eine chronische Bronchitis oder eine chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD) wird oder er erkennt weitere, evtl. versteckte Begleiterkrankungen und kann diese rechtzeitig behandeln

 

  • Da Bronchitis in der Regel durch Viren und nicht durch Bakterien verursacht wird, ist ein Einsatz von Antibiotikum gegen eine Bronchitis meist wirkungslos.

 

  • Sollte eine der zusätzlich entstandenen Begleiterscheinungen z.B. eine schwere Halsentzündung sein, muss das Krankheitsbild neu bewertet werden und dann kann der Einsatz von Antibiotikum (bei der Halsentzündung) wieder Sinn machen und helfen.

 

  • Hausmittel wie Inhalieren können bei einer Bronchitis helfen und beruhigen (Hustenreiz, befreiteres Atmen, besseres Einschlafen)

 

  • Hustenmittel wie z.B. Tabletten, Säfte oder Sprays lindern und / oder betäuben meistens die Beschwerden und machen eine Bronchitis in der Regel wesentlich erträglicher

 

  • Trockene Luft vermeiden (empfohlene Luftfeutigkeit ca. 50 - 60%). Bei Trockenheit können sich Viren stark vermehren.

 

  • In der Zeit aufhören zu Rauchen

 

  • Den Körper schonen. Bei einer Erkrankung (egal welcher Art) braucht der Körper Zeit zur Erholung. Eine weitere starke Belastung hindert den Körper daran, seinen Selbstschutz gegen die Erkrankung aufzubauen. Daher vermeiden Sie Stress und alles, was den Körper belastet. Geben Sie dem Körper Zeit sich zu erholen und zu kräftigen.

 

  • Schlafen Sie viel

 

  • Nicht wegen einer Bronchitis in die Klinik gehen. Für die Betreuung und Behandlung ist einzig und allein der Hausarzt zuständig. Eine Bronchitis ist zwar eine unangenehme, teils schmerzhafte Erfahrung, aber keine lebensbedrohliche Erkrankung, so dass eine Behandlung oder Aufnahme im Krankenhaus nicht erforderlich ist. Andere Patienten mit Brüchen, Unfällen und anderen schweren lebensbedrohlichen Erkrankungen brauchen die Zeit der Klinikärzte viel viel dringender.
    Bitte haben Sie Verständnis.

 

  • UND GANZ WICHTIG: Viel trinken. Mehr als normal. Flüssigkeit (bitte kein Alkohol) hilft beim Abtragen von Ablagerungen (Schleim), wäscht Viren dadurch raus und verkürzt so die Krankheitszeit.