Hypertonie

Hypertonie (syn: Hypertonus, Hypertension) bedeutet in der Medizin:

Die Erhöhung eines Drucks oder einer Spannung über die Norm hinaus.

 

Dies kann bei erhöhtem Spannungszustand der Muskulatur im Rahmen von Erkrankungen des Extrapyramidalmotorischen Systems, erhöhtem Hirndruck oder erhöhtem Druck in Blutgefäßen der Fall sein.

 

Bei Letzterem unterscheidet man:

 

Arterielle Hypertonie

Hochdruck in den Schlagadern (Arterien) des Körperkreislaufs; im täglichen Sprachgebrauch ist mit Hypertonie oder Bluthochdruck in der Regel die arterielle Hypertonie gemeint,

 

Pulmonal-arterielle Hypertonie(pulmonale Hypertonie): 

Hoher Blutdruck im Lungenkreislauf, in den Arterien vom Herz zu den Lungenflügeln

 

Portale Hypertension

Erhöhter Druck in der Pfortader.

 

Der entgegengesetzteBegriff lautet Hypotonie. 

Auch dieser wird meist auf den Blutdruck bezogen.

 

 

Arterielle Hypertonie

Die Arterielle Hypertonie, oft verkürzt auch Hypertonie, Hypertonus, Hypertension oder im täglichen Sprachgebrauch Bluthochdruck genannt, ist ein Krankheitsbild, bei dem der Blutdruck des arteriellen Gefäßsystems chronisch erhöht ist.

 

Nach Definition der WHO gilt ein systolischer Blutdruck von mindestens 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck von mindestens 90 mmHg als Hypertonie.

Nicht in dieser Definition eingeschlossen sind vorübergehende Blutdruckerhöhungen durch Erkrankung, Medikamente oder Schwangerschaft.

 

Ursachen der arteriellen Hypertonie sind Störungen des Hormonsystems, des Herz-Kreislaufsystems sowie Nierenschäden.

 

Dem größten Teil der Erkrankungen liegen jedoch weitgehend unbekannte Faktoren zugrunde.

 

Die arterielle Hypertonieweist meist nur unspezifische Symptome auf.

Folgeschäden wie die koronare Herzkrankheit mit der Folge von Herzinfarkten sowie Nierenversagen und Schlaganfall sind allerdings für einen Großteil der Todesfälle in den Industrieländern verantwortlich.

 

Zur Behandlung stehen verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung, die in Verbindung mit Änderungen des Lebensstils den Blutdruck effektiv senken und das Risiko der Komplikationen deutlich mindern können.

 

Auch die Vererbung spielt eine große Rolle. Leiden beispielsweise die Eltern bereits unter Hypertonie, erhöht sich das Risiko, selbst von Bluthochdruck betroffen zu sein, um ein Vielfaches.

 

 

 

Pulmonale Hypertonie

Pulmonale Hypertonie (Abkürzung: PH oder PHT) und pulmonal-arterielle Hypertonie (Abkürzung: PAH) (auch Pulmonale Hypertension und pulmonal-arterielle Hypertension) sind Sammelbezeichnungen für Krankheiten, die durch einen zunehmenden Anstieg des Gefäßwiderstandes und einen Anstieg des Blutdrucks im Lungenkreislauf gekennzeichnet sind, oft verbunden mit einer darauf folgenden Rechts-Herzinsuffizienz.

 

Die Patienten leiden unter stark eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit, Kreislaufstörungen und Müdigkeit.

 

Die durchschnittliche Lebenserwartung ohne Therapie beträgt drei Jahre ab Diagnose.

 

Eine pulmonale Hypertonie wurde erstmals 1891 durch Ernst von Romberg beschrieben. Die idiopathische pulmonale Hypertonie zählt zu den seltenen Krankheitendie sekundären pulmonalen Hypertonien sind häufig.

 

Eine pulmonale Hypertonie liegt vor, wenn der mittlere Blutdruck in der Lungenschlagader (Pulmonalarterie) vom Normalwert (< 20 mmHg) auf mehr als 25 mmHg in Ruhe und 30 mmHg unter Belastung ansteigt.

Im Bereich von 30 bis 40 mmHg können erste klinische Symptome, insbesondere unter Belastung, beobachtet werden.

Im Bereich von 50 bis 70 mmHg nimmt die Herzauswurfleistung kontinuierlich ab.

Die Patienten leiden unter stark eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit, Kreislaufstörungen einschließlich Synkopen, Angina pectoris, Raynaud-Syndrom, peripheren Ödemen und Müdigkeit.

 

Der pulmonal-arterielle Blutdruck kann weiter auf über 100 mmHg ansteigen.

 

 

Essentielle Hypertonie

Essentieller Bluthochdruck stellt eines der vielfältigen funktionellen Syndrome dar, die dadurch charakterisiert sind, dass trotz umfassender Diagnostik im Sinne der Ausschlussdiagnose hier zunächst kein Organbefund zu erheben ist.

Daraus mss gefolgert werden, dass keine durch körperliche Befunde verursachte Primärerkrankung zugrunde liegt. 

Damit wird auch nach der Ätiologie die erste Gruppe der Arteriellen Hypertonie, die Primäre Hypertonie vorausgesetzt.

 

Die Diagnose einer klassischen psychosomatischen Erkrankung nach Franz Alexander ist nur nach Ausschluss nephrogener, endokriner und kardiovaskulärer, d.h. körperlich bedingter Hypertonieformen möglich. 

 

Werden körperliche Befunde ohne sichere pathogenetische Verursachung gefunden oder vermutet wie etwa genetische Faktoren, so ist zu verweisen auf → Arterielle Hypertonie Kap. Primäre Hypertonie.

 

Zunächst ist das einzige Symptom der erhöhte Blutdruck, der aber meist nicht zum Arztbesuch führt, weil sich die Betroffenen in der Regel wohl fühlen.

Eher körperlich empfundene und objektivierbare Symptome sind von eher psychisch bedingten Symptomen zu unterscheiden.

 

Unter den körperlichen Symptomen ist erhöhter Blutdruck heute schon ab Blutdruckwerten von 120 / 80 mm Hg anzunehmen. Werte bis 130 / 85 mm Hg werden bereits als hochnormalangesehen. 

Nach den Empfehlungen der WHO ist eine Hypertonie anzunehmen, wenn Werte über systolisch 160 mm Hg und über 95 mm Hg diastolisch bei mehrfachen Blutdruckmessungen über längere Zeit gemessen werden. 

 

Nur zum Teil treten bei den subjektiv beschwerdefreien Betroffenen auch Kopfschmerzen, Ohrensausen und rote Gesichtsfarbe oder Nasenbluten auf.

Dies ist der Grund, warum zwei Drittel aller an hohem Blutdruck leidenden Erwachsenen im deutschsprachigen Raum von ihrer Erkrankung nichts wissen oder nicht ausreichend behandelt werden.

 

Weitere weniger häufige Symptome sind:

 

-  Angina pectoris,

-  verstärktes Herzklopfen,

-  Belastungsdyspnoe,

-  Ruhedyspnoe

-  Encephalopathie.

 

 

Jugendliche klagen häufig über funktionelle Beschwerden wie

 

-  Schwitzen,

-  Frieren,

-  kalte Hände und Füße,

-  Schlafstörungen

-  unbestimmte Druck- und Schmerzgefühle in der Herzgegend.

 

An psychischen Symptomen ist oft eine leichte Erregbarkeit feststellbar