Therapeutische Lokalanästhesie (TLA)

Die Injektion von örtlichen Betäubungsmitteln an Nerven, in Muskeln oder in schmerzhafte Regionen.

Unter Therapeutischer Lokalanästhesie versteht man Verfahren, die durch den Einsatz von örtlichen Betäubungsmitteln dazu führen, dass die Reizweiterleitung (meistens in Form von Schmerzen) vorübergehend unterbrochen wird, wie z.B. Regional- und Leitungsanästhesie.

Örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) werden direkt an den betreffenden Nerv injiziert. Durch ihre pharmakologischen Eigenschaften blockieren sie dort die Schmerzweiterleitung.
Einer der bekanntesten Einsatzgebiete sind die Behandlung bei Rückenschmerzen im oberen Hüftbereich (Wirbelsäule im Bereich L4 und L5).

Durch die Injektion eines Betäubungsmittels wird zunächst ein Zustand der Schmerzfreiheit wahrgenommen, der zu einer Regeneration von Fehlfunktionen führen kann: Zum Beispiel werden Muskelverspannungen, die aus einer Fehlbelastung oder Schonhaltung resultieren, entspannt und gelockert. Der Teufelskreis aus Schmerz/Spannung/vegetativer Fehlsteuerung wird nachhaltig unterbrochen, sodass die therapeutische Lokalanästhesie über die zeitlich befristete Betäubung hinaus zur Heilung führt. Die Spritzen werden mit feinen Nadeln ausgeführt und sind kaum schmerzhaft. Häufig müssen viele Regionen gleichzeitig behandelt werden.

Diese Verfahren kann auch CT-unterstützt durchgeführt werden.
Vorteil: Die Spritzen werden wesentlich genauer und gezielter an den Herd oder Wirbel angesetzt und dadurch werden oftmals die Anzahl der Spritzen oder Behandlungen minimiert.
Nachteil: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die CT-gestützte Lokalanästhesie nicht. Die privaten Krankenkassen (PKV) jedoch schon.

 

Durch die Lokalanästhesie können Nebenwirkungen von Tabletten, die ja bekanntlich im ganzen Körper wirken, vermieden werden. Zum anderen können auch Medikamente eingesetzt werden, die selber wesentlich weniger Nebenwirkungen haben und so als Tablette gar nicht herstellbar wären.

 

Unklare, oftmals therapieresistente Schmerzsyndrome können durch Störfelder in Narben nach Verletzungen oder Operationen oder bei chronisch entzündlichen Prozessen unterhalten werden. Ursache und Wirkung können an weit entfernten Stellen des Körpers liegen. Nach Infiltration von eben diesen Störfeldern mit Lokalanästhetika kommt es, manchmal schlagartig, zur Besserung der entfernt liegenden Beschwerden, ein Effekt, der in der Neuraltherapie als "Sekundenphänomen" bezeichnet wird.



Anwendungsgebiete

  • Nervenschmerzen

  • Nacken-, Rücken-und Kreuzschmerzen

  • Narbenschmerzen

  • Kopfschmerzen

  • Störfelder, Herderkrankungen

 



Behandlungsdauer


Manchmal genügen einige wenige Behandlungssitzungen, bei hartnäckigen Schmerzen können aber auch lange Serien notwendig sein. Das Verabreichen der Spritzen geht schnell, wichtig sind aber die anschließende Kontrolle der Wirkung und eine längere Herz-Kreislauf-Überwachung. CT-gestützte Behandlung reduziert in der Regel die Anzahl der Behandlungen, werden aber – wie oben schon erwähnt - meistens nicht von der GKV übernommen.




ZUSAMMENFASSUNG


Die Therapeutische Lokalanästhesie ist eine der wirkungsvollsten und entsprechend häufig angewandten Therapieverfahren der Schmerztherapie. Gebräuchlich sind auch Begriffe wie Neuraltherapie, Regional- und Leitungsanästhesie, sowie Blockadetherapie.



Für uns persönlich ist diese Therapie deshalb interessant, weil zwar auch chemische Medikamente verabreicht werden, diese jedoch nicht den ganzen Körper beeinflussen, sondern nur örtlich wirken und dementsprechend auch deutlich weniger Nebenwirkungen haben.

Und was uns ganz wichtig ist, mit einer therapeutischen Lokalanästhesie verhelfen wir Ihnen in der Regel zu mehr Lebensqualität in Form von mehr Bewegungsfreiheit in kurzer Zeit und Schmerzbefreiung oder -minimierung.